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„Freunde-finden“-Funktion ist unzulässig

"Freunde-finden"-Funktion ist unzulässigDer gesamte Registrierungsprozess auf facebook.com ist etwas verwirrend, wenn man tatsächlich nur einen Account benötigt, wenn man für den Moment niemanden finden und eigentlich auch selbst gar nicht gesehen werden will. In meinen Soziale Medien Workshops erkläre ich gerade an dieser Stelle der Registrierung regelmäßig, was dahinter steckt. Zum einen wird mit dem Auslesen der Kontakte und dem Hochladen dieser zu facebook.com geprüft, wer bereits auf facebook.com einen Account, also ein Profil. Diese Facebook-Mitglieder werden dem Neuling sofort als Freundschaftsvorschläge angezeigt. Die Verwunderung ist riesig, wenn man viele dieser Vorschläge tatsächlich kennt. Nunja, kein Wunder.

Und dann ist das die Sache mit dem Versenden von E-Mails. „Freunde finden“ alleine ist ja nicht weiter verwerflich, denn das wäre die von mir oben genannte Funktion. Es geht mehr um die Funktion, dass Dritte darüber informiert werden, dass ich nun neu auf facebook.com bin und das soll mithilfe einer E-Mail an Dritte kommuniziert werden. Für einen echten Social Media-Profi ist das einerseits bekannte Praxis andererseits steht da auch deutlich, dass Kontakte per E-Mail informiert werden. Aber aus Anfänger- und Verbrauchersicht sind gerade die „Überpringen“-Buttons viel zu klein. Man könnte meinen, dass Facebook mehr an neuen Mitgliedern interessiert ist, als daran, dass wir tatsächlich neue Freunde auf Facebook finden werden. Am Ende hat der Bundesgerichtshof nach Klage des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen und Verbraucherverbände in Deutschland (Vzbv) entschieden, dass Einladungen an Personen auf diese Art und Weise nicht verschickt werden dürfen und eine „wettbewerbsrechtlich unzulässige belästigende Werbung“ darstellen sowie Mitglieder „über Art und Umfang der Nutzung der von ihm importierten Kontaktdaten irregeführt“ werden.