Facebook Page Plugin und Share-Buttons sind nachr Urteil des LG Düsseldorf unzulässig

Facebook LikeSeit knapp fünf Jahren gibt es in meinem Soziale Medien Workshop einen praktischen Workshopteil zum Thema „Bekanntmachnung der eigenen Facebook Seite“ und „die eigene Website für Social Media fit machen“. Darin erläutere ich regelmäßig, dass man mit einer sogenannten Facebook Like Box, dem heutigen Page Plugin, auf die eigene Seite aufmerksam machen kann und dass man mit Like/Share-Buttons die Inhalte der eigenen Website leicht teilbar für Dritte macht. Ein Nachteil der Plugins ist, dass sie Daten des Nutzers an Dritte übermitteln, und das auch schon bei Aufruf der eigenen Website. Man wird als Webseitenbetreiber also zum Handlanger der Datensammelwut dritter Unternehmen.

Der Datenschutzbeauftragte des Landes Schleswig-Holstein, Thilo Weichert, fordert seit langer Zeit die Vereinbarkeit des Facebook-Geschäftsmodells mit deutschem und europäischem Datenschutz. Immer wieder taucht dabei auch die Datenübertragung von persönlichen Daten an Facebook beim reinen Aufrufen einer Website auf. Ein Like-Button und ein Page Plugin wissen immer, ob man selbst auf dieser Seite schon mal einen Like geklickt oder ob man auf der im Page Plugin verlinkten Facebook Unternehmensseite bereits „Gefällt mir“ geklickt hat. Dazu werden Daten beim Aufrufen der Website vom Facebook-Plugin direkt an Facebook verschickt, dort ausgewertet und zur Steuerung des Plugins oder des Like-Buttons benutzt. Der ahnungslose Webseitenbesucher ahnt davon nichts.  Bisher war es ausreichend in den Datenschutzerklärungen auf der eigenen Website pauschal darauf hinzuweisen, dass Daten an Dritte übertragen werden. Korrekterweise hat man das für die übelsten Vertreter einzeln gemacht, also vor allem für Facebook und Google.

Natürlich ist es unlogisch auf eine Übertragung von Daten hinzuweisen, wenn diese bereits passiert ist. Es war also zu erwarten, dass deutsche Gerichte irgendwann diese Funktionen insoweit verbieten, dass Webseitenbetreiber das Übertragen dieser Informationen verhindern müssen. So habe ich das immer kommuniziert, und ich bin davon ausgegangen, dass es nie zu einer solchen Regelung, die dem Abschalten elementarer Grundfunktionen des heutigen Internets und einem Stellvertreterkrieg zwischen deutschen Datenschützen dem US-amerikanischen Facebook gleichkommt, kommen wird. Aber es ist passiert: Auf Initiative der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat das Landgericht Düsseldorf im Grunde fast jeden „Gefällt mir“ Button auf Blogs und Webseiten sowie die meisten Social Plugins in ihrer aktuellen Version als rechtswidrig deklariert. Ab sofort sind Bußgelder, Abmahnungen und allgemein anwaltlicher Stress vorprogrammiert.

Wer also das aktuelle Page Plugin von Facebook oder Share-Buttons auf der eigenen Website integriert hat, der muss nun prüfen, dass diese Tools keine Daten übertragen. Das jQuery Plug-In socialshareprivacy von heise.de verfolgt schon länger den Ansatz vor dem Teilen von Inhalten sich explizit mit der Übertragung von persönlichen Daten einverstanden zu erklären. Aber ob auch das Plugin nach heutigem Gerichtsurteil einer Abmahnung standhält, kann ich nicht sicher beantworten. Wie immer gilt also: Wer 100% rechtsicher unterwegs sein möchte, der deaktiviert alle Plugins auf Webseiten, die Daten an Dritte übertragen. Tatsächlich muss man hier etwas abwarten, da das Urteil des LG Düsseldorf weit ausgelegt die Abschaltung des heutigen Internets bedeuten würde. Das kann und wird nicht so bleiben, wird so sicher nicht interpretiert werden.

MOBILEGEEKS äußerst sich etwas spitz aber dennoch unterhaltsam und informativ zum Thema.

Foto: pixabay by Simon

Kommentar verfassen

Du kannst die folgenden HTML-Codes verwenden:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

*