Was darf man im Netz sagen und was nicht?

Facebook LupeGrundsätzlich haben wir ein Recht auf Meinungsfreiheit. Zu dieser Meinungsfreiheit zählen Nutzer sozialer Netzwerke jedoch weit mehr, als es rechtlich erlaubt ist. Grundlage für diese Rechtsverletzung ist in den meisten Fällen, dass es einen Glauben daran gibt, dass das Netz anonym wäre und im Netz andere Regeln gelten würden. Beide ist natürlich so nicht richtig. Eine Beleidigung ist und bleibt eine Beleidigung, egal ob ich diese online erledige oder die Person dabei vor mir steht. Bei Online-Straftaten ist es entscheidend, ob diese öffentlich begangen werden. Be einer kleinen ein- oder zweistelligen Anzahl von Mitlesern meiner Beleidigung könnte ein Gericht ggf. von einer Aussage in einem privaten Rahmen ausgehen. Alles darüber, und konkret in solzialen Netzwerken, wie Facebook, wo ein Nutzer im Schnitt zwischen 100 und 300 Freunden hat, sind solche Äußerungen dann per se öffentlich.

Aber zurück zur Meinungsfreiheit. Wir Deutschen dürfen erst mal alles sagen, was wir denken, solange wir nicht die Grenze zu einer Straftat überschreiten. Straftaten sind u.a. Beleidigungen einer Person und/oder Gruppe, Verleumbung, üble Nachrede, Volksverhetzung, öffentliche Aufforderungen zu Straftaten, usw. Wir kennen das aus der realen Welt, die Gesete gelten 1:1 auch online.

Bleibt also die Frage, ob man gegen Hassreden jeder Art vorgehen sollte. Soziale Netzwerke bieten Möglichkeiten unrechtmäßige Inhalte zu melden. Dabei gilt beim Melden das Rechtsverständnis des Meldenen und bei der Überprüfung das Rechtsverständnis des Anbieters. Häufig werden gemeldete Inhalte nicht entfernt (gemaßregelt), unser Bundesjustizminister Heiko Maas versuchte gar einen Vorstoß, dass z.B. Facebook unrechtmäßige Inhalte löschen solle. Bei einem US-amerikanischen Unternehmen gilt in Bezug auf Naziparolen (hier beispielhaft) ein andere Maßstab als bei uns Deutschen. Darüberhinaus müsste ein Unternehmen, wie Facebook, für jedes Land/für jeden Staat wissen, prüfen und entscheiden, ob ein Inhalt hier und/oder unrechtmäßig ist, oder nicht.

Man kann als Fazit vielleicht festhalten: Nicht alles, was andere schreiben, ist rechtmäßig. Nicht alles, was nicht gelöscht wird, ist rechtmäßig. Achja, und nicht alles, was geschrieben steht, ist wahr.

Brauchen wir einen Dislike-Button in Facebook?

FB-Like-Button
FB-Like-Button

Die Frage und die Diskussion darum ist wahrscheinlich so alt wie das soziale Netzwerk selbst. Immer, wenn es ein eher emotional negatives Thema gibt, weiß man nicht so recht, ob man es liken soll. Angenommen, der Hund einer Freundin ist gestorben und sie teilt ihre Gefühle auf Facebook, dann will man sozial-mediale Anteilnahme zeigen, also keine großen Worte verlieren, sondern mit einem einzigen Klick mitteilen, dass man mitleidet. Dafür hat man aber nur eine einzige Mitteilungsart: „Gefällt mir“. Der Ruf nach einem „Gefällt mir nicht“-Button ist daher groß, und besonders groß ist er sicher im Moment, da es auf Facebook auch politisch einiges zu disliken gäbe.

In meinen Soziale Medien Workshops kommt der Like-Button, also das Liken, einmal so konkret vor, dass klar wird, warum es keinen Dislike-Button gibt. Das soziale Netzwerk Facebook lebt von Anfang an von einer guten Stimmung unter den Nutzern. Dazu gehört, dass man alles liken kann, aber nichts disliken. Gefällt einem etwas nicht, dann kann man es nur nicht liken. Somit bekommt niemand mehr Dislikes als Likes, wie es auf der Plattform Youtube gerne mal passieren kann, denn dort kann man etwas mögen, aber auch nicht mögen. Ein weiteres Beispiel aus dieser Kategorie ist die Art der Freundschaftsanfrage in Facebook. Etwas übertrieben kann man sagen, dass bei einer bestätigten Freundschaftsanfrage ein riesen Fass aufgemacht wird bei Facebook, in meinem Newsstream, im Newsstream meines neuen Freundes und in den Newsstreams unserer nun gemeinsamen Freunde. Wird meine Anfrage jedoch abgelehnt, dann geht das sang- und klanglos in den Weiten des sozialen Netzwerkes unter.

Und so ist es nicht verwunderlich, dass Facebook an einer Art „Gefällt mir nicht“-Bekundung arbeitet, aber von einem echten Gegenstück zum Like-Button ist keine Rede. Vielmehr wird es eine Art Anteilnahme- oder „Habe ich gesehen“-Button ohne jede Wertung geben. Ich bin gespannt.

Google+ und sein Abschied auf Raten

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Jetzt ist es amtlich: Google+ wird sozusagen beerdigt, auch wenn Google selbst es so nicht nennt. Jegliche Zwangsmaßnahmen zur Positionierung des sozialen Netzwerkes werden beendet, so dass Google+ über kurz oder lang nur noch Mitglieder hat, die es wirklich mögen. Das wäre dann der Untergang dieses Produktes aus dem Hause Google, und aus dem Bereich der sozialen Netzwerke im Hause Google nicht der erste. Aber Google wäre nicht Google, wenn es nicht mit irgendetwas Neuem wie Phoenix aus der Asche aufsteigen würde. Das kann klappen, wenn sich Google auf das besinnt, was es am besten kann: Nicht zu kopieren, sondern die Dinge zu erfinden oder zumindest neu zu erfinden.

Zu erkennen ist die Beerdigung daran, dass Youtube und Google+ entkoppelt werden, dass man Google Photos bereits ohne einen Google+ Account nutzen kann und auch Google+ Chef  Horowitz verweist in seiner LinkedIn-Jobbeschreibung schon nicht mehr auf Google+. Ich selbst fühle mich bestätigt, habe ich ja immer dazu geraten, Google+ zu bedienen, mehr aus SEO-Gründen, aber keine wirkliche Kraft und Energie darin zu vergeuden.

R.I.P. Google+

Facebook will Nachrichteninhalte künftig selber vertreiben

(Photo : Robert Scoble | Flickr)
(Photo : Robert Scoble | Flickr)

Das neue Produkt hat den Namen „Instant Articles“ bekommen und es bedeutet nichts anderes, als das Facebook nicht mehr nur Links zu Nachrichten anbieten will sondern die Nachricht selber. Damit will Facebook seine Macht weiter ausbauen, und es wirkt wie eine Antwort auf die „Digital News Initiative“, mit der Google in den letzten Tagen Verlage und Medienhäuser um sich scharrt, um mit denen zusammen die künftige vorrangig digitale Medienlandschaft zu gestalten. Aber zurück zu Facebook. Weiterlesen

Facebook: Vom Gleichgewicht zwischen Inhalten von Freuden und Seiten

Facebook LupeFacebook nimmt wieder Änderungen am News Feed Algorithmus vor, die sich auf drei Punkte auswirken, um dem Nutzer mehr Inhalte im News Feed zu präsentieren. Gesucht wird der richtige Mix, Facebook glaubt, diesen für jeden einzelnen von uns zu kennen, und so sollen Inhalte von Freunden, Seiten und Gruppen in eine sinnvolle Balance gebracht werden. Dass der News Feed Algorithmus regelmäßig angepasst werden muss und angepasst wird, spricht ja eine deutliche Sprache. Ganz so einfach ist das wohl nicht. Dazu wertet Facebook die Rückmeldungen der Nutzer aus und darauf basierend finden die Anpassungen statt. Weiterlesen

Social Media nicht gut gemeint, sondern gut gemacht

Copyright zehnplusfuenf.info
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Die Kampagne #weilwirdichlieben der BVG, eine klassische Image-Kampagne, ist aufgrund vieler kleiner und großer Faktoren gelungen. Denn nicht selten gibt es einen großen Ansatz, eine große Idee, es ist guter Wille erkennbar, aber dann kommt es in der Umsetzung zu Fehlern, die klein sind, aber die in ihrer Menge und durch die Spontanität der Audience das Große zu Fall bringen können. Schauen wir zusammen mal zurück auf diese Aktion.

#weilwirdichlieben ist der gelungene Versuch der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) ihren Fahrgästen mit Charme und Spitzen näher zu kommen. Dazu wurde das Hashtag #weilwirdichlieben ins Leben gerufen, unter dem alle Kunden, und das schließt Nichtzahler mit ein, ihre schönsten Momente teilen sollten. Eine solche Öffnung hat natürlich gewissen Risiken, denn die Audience, oder wie man nach einem persönlichen Angriff gerne sagt, der Mob ist hart aber manchmal nicht herzlich. Warum macht die BVG das? Es ist der Versuch Berliner und Brandenburger zum Schmunzeln aufzufordern, die Dinge auch mal locker zu sehen, zu zeigen, dass hinter allem immer Menschen stecken, und dass kleine Problemchen und Unzulänglichkeiten auch wirklich klein sind.

Technisch wurde viel bewegt, nicht zuletzt, um den nicht vollständig zu planenden Ablauf unter Kontrolle zu behalten. Es wurden für die Kampagne eigens Accounts angelegt. Dieser Account @BVG_Kampagne, der zusammen mit einer Kampagnen-Website alles, was im Web unter dem Hashtag #weilwirdichlieben auftauchte, sammelte und veröffentlichte, nahm ganz nebenbei die offiziellen Accounts @BVG_Ubahn, @BVG_Tram und @BVG_Bus aus der Schusslinie. Draußen auf der Straße hingen vom Start weg Plakate mit dem Hinweis auf das Hashtag #weilwirdichlieben. Die kommunizierte Aufgabe: Teilt Eure schönsten Momente. Fast schon nebenher, aber nicht zu unterschätzen, wurden weitere Kanäle bespielt: Eine Facebook-Page, ein Instagram-Account und ein YouTube-Channel. Auf Instagram wurde gar der wechselnde Kurator (rotation curation) praktiziert, so dass wöchentlich ein anderer Instagrammer den Account bespielte.

Natürlich ist es schwer den Pendlern, die täglich die BVG nutzen, alle BVG-Schwächen kennen und mit jedem Mangel Zeit und Anschluss verlieren, ein frisches und modernes Bild zu vermitteln. Daher wurde die Kampagne von Anfang an durch die Kunden genutzt um den eigenen angestauten Aggressionen Luft zu machen. Das Team der @BVG_Kampagne brauchte ein dickes Fell, und hat das auch bewiesen. Darüber habe ich im Beitrag BVG_Kampagne sagt … bereits berichtet. Aber mit Bock auf den Job hat das Team der @BVG_Kampagne jeden Angriff meisterhaft abgewehrt und die Image-Kampagne letztlich zum Erfolg geführt.

Fazit: Die BVG konnte ihre Kunden erreichen und aktivieren, das zeigte sich auf allen Kanälen. Zudem bekam die BVG Feedback zu ihrem Image, ihrem Unternehmen und ihren Serviceleistungen. Das ist doch schon mal eine ganze Menge. Diese Fakten sauber ausgewertet sind dann das eigentliche Ergebnis, obwohl wir Anwender und Beobachter schon im Verlauf gut unterhalten wurden und wie immer diese Unterhalten als das Produkt sahen. Achja, und nicht zu vergessen: Manchmal ist es gut eine Art Zielscheibe hinzuhalten, auf die dann erst mal alle aus allen Rohren feuern. Und wer diese erste Welle aushält, wer sich mal hoch und mal runter bewegt, auf das Niveau der Kunden, der kann und wird Erfolg haben.

Nicht alles sollte auf Facebook geteilt werden

Facebook LupeImmer wieder werden Konten in sozialen Medien von Fremden übernommen, sozusagen gekapert oder gehacked, aber nicht nur aus diesem Grunde und natürlich nicht nur in Facebook sollte man beim Veröffentlichen von privaten Informationen einige Regeln beachten. Bei Facebook sind knapp 30 Millionen Deutsche angemeldet und diese geben tagtäglich fast sorglos intime Details über ihr Leben preis. Eigentlich sollten diese Informationen anderen Unternehmen dienen uns die passende Werbung einzublenden. Ach ja, an der Stelle meine Lieblingsbemerkung: Dass die Informationen auch unsere Freunde und Familie erreichen, ist ein Abfallprodukt bei Facebook und bei den meisten sozialen Medien. Zurück zum Thema: Viele Kriminelle nutzen diese unsere Informationen ebenso, und daher sollte man einige Regeln beachten. Weiterlesen

Instagram: Für wen oder was soll das gut sein?

Instagram | Copyright: Facebook Inc.
Instagram | Copyright: Facebook Inc.

Vorweg das Technische: Instagram ist eine Mischung aus Microblog und einer Plattform für audiovisuelle Inhalte. Auf Instagram werden vorrangig Fotos geteilt, diese werden mit #Hashtags versehen, man kann Instagrammern folgen, die Fotos liken, sein Profil pflegen und somit wird es gerne und oft als soziales Netzwerk bezeichnet. Fotos und Videos werden auf Instagram immer quadratisch dargestellt, das ist eine Besonderheit. Instagram gehört nach einer milliardenschweren Übernahme im Jahre 2012 zu Facebook Inc.

Wer an Instagram denkt, der denkt an Hipster, Fotografen, und der sieht Teenies und Selfies. Aber das ist nicht alles, auf Instagram geht mehr als das. Die Frage, die sich stellt: Ist das was für meine Branche? Ist das was für mich? Dieser Frage versuche ich einmal nachzugehen. Weiterlesen

Vapiano-Nudelgate: Ein Shitstorm wurde erlebbar gemacht

Micky Beisenherz | Foto: Thomas Duffé
Micky Beisenherz | Foto: Thomas Duffé

Mit #Nudelgate kann der erlebte #Shitstorm des Micky Beisenherz gerne beschrieben werden. Wobei ein Wasauchimmergate ja eigentlich die auslösende Aktion ansich ist, nicht der Sturm dahinter. Jedoch hat ein Gate-Hashtag etwas magisches, etwas anziehendes. Aus allen Löchern krauchen dann die medialen Heckenschützen und feuern aus allen Rohren auf das Opfer. Ich erlaube mir in dem Zusammenhang im Sinne einer Nachbetrachtung Micky Beisenherz als Opfer zu bezeichnen, denn immer tut eine Person oder eine Marke etwas dafür, dass es angegriffen wird. Das ist schon klar. Also fassen wir zusammen. Weiterlesen

„An diesem Tag“: Mit Facebook auf einen bestimmten Tag zurückzublicken

An einem Tag
An einem Tag

Fotos anschauen macht immer Spaß, die Geschichte dazu interessiert uns, und wenn uns jemand Fotos zeigt und dazu eine Geschichte hat, dann werden es spannende Minuten oder Stunden. Facebook will dieses Erlebnis mit der Funktion „An diesem Tag“ produzieren. Dazu werden Fotos, auf denen ich markiert wurde, sowie Status-Updates von mir selbst und von meinen Freunden für ein Datum in verschiedenen Jahren zusammengestellt und so soll eine Geschichte zu genau diesem Datum entstehen.

Wie das mit der Sichtbarkeit der Beiträge ist, die ja zum einen eine Sichtbarkeit in der Vergangenheit haben und nun eine neue Sichtbarkeit in der Gegenwart, wird man sehen. Die Facebook-Produktmanager schreiben, dass man sich gar keine Sorgen machen muss. Zu finden ist die neue Funktion über das Lesezeichen auf der linken Seite neben dem News Feed, oder man geht direkt auf diese Seite: facebook.com/onthisday. Facebook’s „An diesem Tage“ wird im Moment weltweit ausgeliefert. Die Funktion steht daher nicht allen Usern sofort zur Verfügung.