Kategorie: Grundlagen

Facebook-Gruppen haben jetzt Moderatoren

Facebook GruppenmoderatorenNach langer Wartezeit, zumindest habe ich lange darauf gewartet, kann man in Facebook-Gruppen nun Moderatoren ernennen. Das große Problem eines Gruppenadministrators ist ja, dass ein zweiter ernannter Administrator den ersten Admin aus der Gruppe entfernen kann. Diese Angst hatte ich auch immer bei meiner Kochgruppe „Bei Freunden und Fremden im Kochtopf“ mit mittlerweile über 11.000 Mitgliedern und bin seither der einzige Admin dieser großen Gruppe. Jetzt ist nicht einfacher einen Co-Admin, oder sagen wir Moderator, zu finden, aber es ist überhaupt technisch möglich.

Während der Administrator und der Moderator zusammen das Supportpostfach bearbeiten, Beiträge fixieren, Benutzer entfernen, Beiträge entfernen, Beiträge bestätigen sowie Mitgliedsanfragen ablehnen oder bestätigen können, bleiben weitere Aufgaben und Verantwortungen auf Seiten des Administrators. Er verantwortet die Gruppeneinstellungen und kann einen Administrator und einen Moderator ernennen oder auch entfernen.

Und wie ernennt man nun einen Moderator? Man klickt auf „Mitglieder“ (der Gruppe) und i9m Anschluss auf das Zahnrädchen hinter dem Namen des Gruppenmitgliedes. Hier kann man ein Mitglied zum Administrator oder zum Moderator ernennen.

Weitere Infos zu Moderatoren:
https://www.facebook.com/help/901690736606156

Wie der Facebook-Algorithmus unseren Newsfeed steuert

Facebook NewsfeedDer Facebook-Algorithmus steuert die Anzeige der Neuigkeiten, wenn wir die Facebook-Seite angemeldet aufrufen. Über die Kenntnis der Priorisierung von Beiträgen für einzelne Benutzer lässt sich erahnen, warum unsere Beiträge bei anderen angezeigt oder ausgeblendet werden. Für Seitenbetreiber ist das ein unbedingtes Know-how, denn Reichweite ist das Maß für Seitenbetreiber. Der Facebook-Algorithmus entscheidet am Ende, welcher unserer Beiträge bei den Fans angezeigt werden. Nur so ist es möglich bei den richtigen Menschen die richtigen Inhalte zur richtigen Zeit anzeigen zu lassen.

Eine Mischung aus den Erkenntnissen, was alle Facebook-User interessiert und was einzelne Facebook-User interessiert, führt zu einer Bewertung der Beiträge mit Hinblick auf die Relevanz für den entsprechenden Facebook-User. Dabei wird ausgewertet, um welche Art von Beitrag es sich handelt, also ein Video, ein Bild oder eine reine Statusmeldung, die Anzahl der Likes und Kommentare darunter, und natürlich Deine Interaktion mit dem Verfasser. Hat ein Beitrag nur kurzzeitig viele Likes, dann geht Facebook davon aus, dass die Meldung nur kurzzeitig interessant war und zeigt diese nicht wieder an. Ein direkt geteilter Link wird höher gewertet als ein Link, der sich z.B. im Text zu einem Foto befindet. Bei Videos ist entscheidend, wieviele Facebook-User das Video gesehen haben, aber auch, wie lange es durchschnittlich angeschaut wurde. Um ein exzellentes User-Erlebnis zu haben, werden auf mobilen Endgeräten, die eine langsame Internetverbindung haben, weniger Videos angezeigt. Natürlich entscheidet auch die Anzahl von Likes und Kommentaren unserer Freunde darüber, was wir angezeigt bekommen. Wir selbst wiederum geben durch Likes und Kommentare auf einer Facebook-Seite bekannt, dass wir deren Inhalte mögen, folglich werden uns auch mehr Inhalte dieser Seiten angezeigt.

Facebook führt also für jeden Beitrag eine Schätzung durch, wie relevant der Beitrag für den Facebook-User sein könnte. Wie genau das abläuft, weiß niemand so genau. Große Social Media Unternehmen und Personen testen das an eigenen Beiträgen und ermitteln daraus den aktuell gültigen Algorithmus. Diese Bewertung ändert sich auch ständig, so dass wir immer nur eine Momentaufnahme machen können oder bekommen werden. Seit Juni 2015 wird beispielsweise auch gemessen, wie wir unseren Newsfeed scrollen, wo wir wie lange stehen bleiben, wie lange wir einen Text lesen, und danach, was wir damit machen. Eines ist und bleibt aber klar: Die Interaktion ist das größte Signal für den Wunsch mehr von dem Verfasser, z.B. einer Facebook-Seite, sehen zu wollen. Für Seitenbetreiber bleibt es also dabei, dass sie die Interaktion der Fans mit ihrer Seite vorantreiben und täglich auf’s Neue provozieren müssen. Die Texte dazu sollten nicht übermäßig werben oder zu direkt auffordern, sie sollten aktivierend wirken und einen großen Nutzen bieten. Das lieben Fans, und das belohnen Fans mit Likes, Kommentaren und dem Teilen dieser Inhalte.

Facebook-Hilfe zum Algorithmus: https://www.facebook.com/help/327131014036297/

Der Kanal ist voll auf t3n.de: http://t3n.de/news/facebook-haben-posts-viel-538325/

Sieben Fehler, die man in Facebook nicht machen sollte

Facebook LikesManch einer spricht und schreibt an der Stelle gerne von Todsünden, aber soweit möchte ich gar nicht gehen. Es gibt einfach Handlungen, die einem das Leben nur schwerer machen. Wer diese Fehler nicht macht, der kommt schneller ans Ziel. Daher werde ich auch nicht nur die Fehler benennen, sondern auch aufzeigen, was man besser hätte machen können und besser machen sollte.

Unternehmen treten mit Profilen auf
Es geht ganz schnell, dann hat man eine Profilseite für ein Unternehmen angelegt. Auf den ersten Blick wirkt das gar nicht so schlimm, jedoch müssen Fans nun eine Freundschaftsanfrage stellen und können nicht mit einem einzigen Klick zeigen, dass sie die Seite mögen. Natürlich hat man so keine Adresse, keine Öffnungszeiten und sonstige unternehmerische Informationen, man hat keine Statistiken, bei 5.000 Freunden ist Schluss, und ganz am Rande verstößt es gegen die Facebook AGBs. Also gleich eine Facebook Seite für Unternehmen anlegen und ggf. diese mit einem zusätzlichen unternehmerischen Profil verknüpfen.

Facebook ist kein Kanal für klassische PR-Meldungen
Pressemitteilungen sind oft langweilig, aufgebläht, weder lustig noch ansprechend. Sie gehören nicht auf die Facebook Unternehmensseite, auch wenn es so verlockend ist, die Pressemeldungen der letzten 5 Jahre mal eben dort zu wiederholen. Social Media lebt vom Dialog, Pressemitteilungen sind Monologe.

Die persönliche Note
Wer keine persönliche Note in seine Beiträge reinbringt, der verliert früher oder später, mindestens an Reichweite und an Interaktion. Mit Werbung und Gewinnaktionen gewinnt man keine Fans, womit nicht plumpe Erhöhung der „Gefällt mir“s der Seite gemeint ist, sondern echte Fans, die immer wiederkommen. Geschichten aus dem Arbeitsalltag mit einer sehr persönlichen Note, spannend geschrieben, kommen dafür umso mehr an.

Sprüche-, Essens- und Tierbilder
Was auf dem privaten Profil gut ankommt, darf auf der Unternehmensseite nicht wiederholt werden. Katzenbilder und Sinnsprüche haben auf der Facebook Seite nichts verloren. Wir wollen als kompetenter Experte wahrgenommen werden, und dazu braucht es fast alles, außer den in der Überschrift genannten Inhalten. Achtung: Firmenhunde und -katzen, denen eine strategische Maßnahme, also eine Rolle zugeteilt wurde, gehören sehr wohl in die Social Media Kommunikation.

Das Impressum
Manch einer denkt, Facebook wäre keine Website und bräuchte kein Impressum. Aber das ist weit gefehlt. Die Unternehmensseite auf Facebook ist öffentlich sichtbar und bedarf eines eigenen Impressums. Mittlerweile hat Facebook dafür auch einen Bereich und Infos“ auf der Facebook Seite geschaffen, auf dem Profil natürlich nicht. Ein fehlendes Impressum bietet eine große Angriffsfläche für Wettbewerber oder direkt für Abmahnanwälte. Also ganz wichtig, ein Impressum muss her.

Angemessene Reaktion in jeder Situation
Wer braucht schon böse Kommentare, Widerspruch oder Kritik? Im Grunde niemand, und trotzdem werden wir es erleben und dann ist guter Rat teuer. Die Beiträge, die man nicht sehen will, zu löschen, ist keine besonders gute Taktik. Das wäre Zensur. Ehrlichkeit, Offenheit und Transparenz sind jetzt gefragt. In vielen Fällen nützt es auch die gesamte Kommunikation auf ein persönliches Gespräch am Telefon oder gar unter vier Augen zu führen. In seltenen Fällen ist es ratsam einfach gar nichts zu machen, weil es niemand aufgreift und keiner wahrnimmt, oder auch mal etwas zu löschen, wenn tatsächlich unumgänglich ist. Aber dann sollten andere über diesen Schritt im Nachgang informiert werden

Pflege, Pflege, Pflege … und Pflege
Nach unseren Soziale Medien Workshops gibt es immer erst mal einen Hype, die Profile und Seiten werden gepflegt und ausreichend bespielt. Nach einiger Zeit lässt das aber nach, dann kehrt der Alltag zurück, und in diesen Alltag hat das Thema Social Media keinen Einzug gehalten. Das ist ein grober Fehler, da Themen, wie Außendarstellung, Imagebildung, Pflege der Kunden und Interessenten, ja vielleicht sogar Kundengewinnung, absolut Aufgaben des Alltags sind. Alles braucht einen Plan, Beiträge könnten einen Redaktionsplan benötigen, auf dem Themen, Inhalte, Verantwortliche, Termine, usw. dokumentiert sind und nach dem man sich täglich oder wöchentlich richten kann.

Fazit
Es ist nie zu spät. Wer sich im Text oben ertappt gefühlt hat, der kann noch heute loslegen und was tun. Die Fehler und ihre Tipps zur Vermeidung sind auch nur angerissene Themen, denn im Social Media muss der Content (u.a.) nicht mehr nur zur Zielgruppe, sondern auch zum Kanal passen. Es gibt daher keine feste Anleitung für alle Unternehmen dieser Welt. Wir müssen uns beraten lassen, uns probieren und ein Stück weit auch beim Laufen lernen. Viel Spaß.

Fotos: pixabay.com

Social Media in Unternehmen

Soziale NetzwerkeAn dieser Stelle werfen wir einen Blick auf die ersten Schritte, die ein Unternehmen mit seinen Mitarbeitern in sozialen Netzwerken gehen muss. Dabei erläutere ich, warum Sie Ihre Mitarbeiter ins Boot holen werden und wie es praktisch losgehen kann.

Der Mitarbeiter ist das wichtigste Gut Ihres Unternehmens. Er war und ist Markenbotschafter immer dort, wo er zu sehen ist. Das meint unternehmerische Präsenz, aber auch in Freizeitaktivitäten oder im Urlaub. Unternehmen, die sich perfekt positionieren wollen, machen ihre Mitarbeiter jetzt auch in sozialen Netzwerken zu Markenbotschaftern. Wer sich für das Image seines Unternehmens einsetzt, der ist allgemein engagierter und damit langfristig erfolgreicher. Das erhöht zwangsläufig den Wettbewerbsvorteil. Ein Profil einzurichten auf allen wichtigen Plattformen ist denkbar einfach und geht auch weniger computer-affinen Menschen leicht von der Hand. Die Überraschung über die Kraft der sozialen Netzwerke ist von Anfang an sehr groß.

Es gilt also die Mitarbeiter des eigenen Unternehmens zu überzeugen in sozialen Netzwerken präsent und aktiv zu sein. Geschäftsführer, Abteilungs- und Teamleiter gehen natürlich mit guten Beispiel voran. Das wird oft vergessen, obwohl wir in unseren Soziale Medien Workshops vom Start weg immer zuerst die Führungsetage einweisen. Jeder, der ein Profil in sozialen Netzwerken eingerichtet hat, sollte sich darauf nicht ausruhen. Ab jetzt gilt es sichtbar zu werden, Meinungen zu haben und Inhalte zu produzieren. Leben Vorgesetzte das vor, werden sie zu Vorbildern auch auf diesem meist als unsicher empfundenen Terrain. Bei der Vernetzung mit Kollegen kommt es dann früher oder später dazu, dass man sich hierarchieübergreifend vernetzt. Spätestens jetzt entsteht Kommunikation auf Augenhöhe, die keinesfalls die Hierarchien im Unternehmen aufhebt.

Wahrscheinlich gibt es Ängste unter den Mitarbeitern, Angst davor, Wissen zu teilen und austauschbar zu werden, oder Angst davor jemandem seine Meinung zu präsentieren, die man lieber für sich behalten möchte. Wahrscheinlich tauchen erste Fragen auf, wie man das als Mitarbeiter schaffen soll neben der bereits vielen Arbeit auch noch in sozialen Netzwerken aktiv zu werden. All das ist ganz normal, und diesen Themen muss man sich frühzeitig annehmen. Hilfreich sind Trainings und Workshops, bei denen die Vielfalt der sozialen Medien und der sozialen Netzwerke aufgezeigt wird, bei denen die Wesentlichen herauskristallisiert werden und bei denen Einrichtung von Profilen und Funktionsweise der jeweiligen Netzwerke erläutert und diskutiert werden. Als Ergebnis entstehen Arbeitsanweisungen für den sicheren Umgang mit sozialen Medien.

Administratoren für Facebook-Seiten und -Gruppen

Facebook TierparkPasst immer schön auf, wen Ihr als Admin für Eure Facebook-Seiten und -Gruppen freischaltet. Ich hole etwas aus. Der Tierpark Berlin wird in diesem Jahr 60 Jahre alt und draußen an den WALL-Wänden habe ich entsprechende Plakate gesehen. Unten links steht die Facebook-Adresse des Tierpark Berlin und jedesmal, wenn ich das sehe, muss ich an eine kleine Geschichte denken. Vor einigen Jahren, als die Zoo AG noch dachte, man müsse für das Unternehmen hinter Tierpark und Zoo, also für die Zoo AG, eine Facebook-Seite betreiben, hat die Gemeinschaft der Förderer von Tierpark Berlin und Zoologischem Garten Berlin e.V. zusammen mit mir diese Facebook-Seite für den Facebook Tierpark Berlin eingerichtet, natürlich ebenso für den Facebook Zoo Berlin. Uns war klar, dass die Menschen da draußen Fans, so hieß das damals noch, von einer Einrichtung werden wollten, nicht von einem wirtschaftlichen Unternehmen, also nicht in diesem Fall. Und während die Zoo AG noch in den Kinderschuhen steckte, haben wir die beiden Facebook-Seiten erfolgreich auf Kurs gebracht. Wir Gründer der Facebook-Seiten waren immer auch gemeinsam Admins der Seiten, natürlich Admins mit vollen Rechten. Später hat die Zoo AG ihre Aktivitäten im Social Media verändert und sie wollte nun auf den beiden Facebook-Seiten mitspielen. Logisch, denn die Seiten waren mit Leben gefüllt und hatten viele Fans. Das war für uns kein Thema und wir nahmen eine Mitarbeiterin als weiteren vierten Admin auf. Es dauerte nicht lange, dann wurde ich ungefragt als Admin entfernt. Aus Fairness und Gründen guter Erziehung ist so etwas vollkommen tabu. Es wäre schwer zu klären gewesen, ob man Urheberrechte an einer Facebook-Seite hat, aber man fragt den anderen Admin gewöhnlich, ob dieser der Übertragung seiner Facebook-Seite, und nichts anderes ist es, zustimmt. Auf Seiten der Zoo AG fand ich überhaupt kein Schuldgefühl, sie sahen sich eher im Recht genau das getan zu haben. Ich musste zähneknirschend diese Annexion hinnehmen, auch, weil die Seite ja tatsächlich vom richtigen Unternehmen gestaltet werden sollte.

Ich betreibe in Facebook eine Facebook Kochgruppe, und betreiben heißt, dass ich diese Gruppe geründet habe und sie administriere. Bei nunmehr über 10.000 Mitgliedern ist es eigentlich nicht zu verantworten die Gruppe als einziger Admin zu betreuen. Das wird mir auch häufig vorgehalten, jedoch weiß ich nicht so recht, wen ich als Admin mit in die Gruppe nehmen soll. Denn dieser Admin wäre sofort in der Lage mich als Admin zu entfernen und ich würde diese Gruppe verlieren. Aus oben beschriebener Erfahrung ist es mir im Moment nicht möglich einen weiteren Admin zu benennen.

Aus diesen Erfahrungen und Erkenntnissen heraus müsste ich meinen Soziale Medien Workshop eigentlich meinen Respekt aussprechen, weil diese mich als Administrator für Ihre Facebook-Seiten freischalten, wohlwissend, welche Rechte ich dadurch habe. Für den Betreiber einer Facebook-Seite oder -Gruppe heißt es also, dass er seinem Admin-Kollegen voll vertrauen muss. Dabei ist das Vertrauen in die korrekte Arbeitsweise eben nur ein kleiner Teil. Aus diesem Grunde sage ich: Passt immer schön auf, wen Ihr als Admin für Eure Facebook-Seiten und -Gruppen freischaltet.

Was darf man im Netz sagen und was nicht?

Facebook LupeGrundsätzlich haben wir ein Recht auf Meinungsfreiheit. Zu dieser Meinungsfreiheit zählen Nutzer sozialer Netzwerke jedoch weit mehr, als es rechtlich erlaubt ist. Grundlage für diese Rechtsverletzung ist in den meisten Fällen, dass es einen Glauben daran gibt, dass das Netz anonym wäre und im Netz andere Regeln gelten würden. Beide ist natürlich so nicht richtig. Eine Beleidigung ist und bleibt eine Beleidigung, egal ob ich diese online erledige oder die Person dabei vor mir steht. Bei Online-Straftaten ist es entscheidend, ob diese öffentlich begangen werden. Be einer kleinen ein- oder zweistelligen Anzahl von Mitlesern meiner Beleidigung könnte ein Gericht ggf. von einer Aussage in einem privaten Rahmen ausgehen. Alles darüber, und konkret in solzialen Netzwerken, wie Facebook, wo ein Nutzer im Schnitt zwischen 100 und 300 Freunden hat, sind solche Äußerungen dann per se öffentlich.

Aber zurück zur Meinungsfreiheit. Wir Deutschen dürfen erst mal alles sagen, was wir denken, solange wir nicht die Grenze zu einer Straftat überschreiten. Straftaten sind u.a. Beleidigungen einer Person und/oder Gruppe, Verleumbung, üble Nachrede, Volksverhetzung, öffentliche Aufforderungen zu Straftaten, usw. Wir kennen das aus der realen Welt, die Gesete gelten 1:1 auch online.

Bleibt also die Frage, ob man gegen Hassreden jeder Art vorgehen sollte. Soziale Netzwerke bieten Möglichkeiten unrechtmäßige Inhalte zu melden. Dabei gilt beim Melden das Rechtsverständnis des Meldenen und bei der Überprüfung das Rechtsverständnis des Anbieters. Häufig werden gemeldete Inhalte nicht entfernt (gemaßregelt), unser Bundesjustizminister Heiko Maas versuchte gar einen Vorstoß, dass z.B. Facebook unrechtmäßige Inhalte löschen solle. Bei einem US-amerikanischen Unternehmen gilt in Bezug auf Naziparolen (hier beispielhaft) ein andere Maßstab als bei uns Deutschen. Darüberhinaus müsste ein Unternehmen, wie Facebook, für jedes Land/für jeden Staat wissen, prüfen und entscheiden, ob ein Inhalt hier und/oder unrechtmäßig ist, oder nicht.

Man kann als Fazit vielleicht festhalten: Nicht alles, was andere schreiben, ist rechtmäßig. Nicht alles, was nicht gelöscht wird, ist rechtmäßig. Achja, und nicht alles, was geschrieben steht, ist wahr.

Brauchen wir einen Dislike-Button in Facebook?

FB-Like-Button
FB-Like-Button

Die Frage und die Diskussion darum ist wahrscheinlich so alt wie das soziale Netzwerk selbst. Immer, wenn es ein eher emotional negatives Thema gibt, weiß man nicht so recht, ob man es liken soll. Angenommen, der Hund einer Freundin ist gestorben und sie teilt ihre Gefühle auf Facebook, dann will man sozial-mediale Anteilnahme zeigen, also keine großen Worte verlieren, sondern mit einem einzigen Klick mitteilen, dass man mitleidet. Dafür hat man aber nur eine einzige Mitteilungsart: „Gefällt mir“. Der Ruf nach einem „Gefällt mir nicht“-Button ist daher groß, und besonders groß ist er sicher im Moment, da es auf Facebook auch politisch einiges zu disliken gäbe.

In meinen Soziale Medien Workshops kommt der Like-Button, also das Liken, einmal so konkret vor, dass klar wird, warum es keinen Dislike-Button gibt. Das soziale Netzwerk Facebook lebt von Anfang an von einer guten Stimmung unter den Nutzern. Dazu gehört, dass man alles liken kann, aber nichts disliken. Gefällt einem etwas nicht, dann kann man es nur nicht liken. Somit bekommt niemand mehr Dislikes als Likes, wie es auf der Plattform Youtube gerne mal passieren kann, denn dort kann man etwas mögen, aber auch nicht mögen. Ein weiteres Beispiel aus dieser Kategorie ist die Art der Freundschaftsanfrage in Facebook. Etwas übertrieben kann man sagen, dass bei einer bestätigten Freundschaftsanfrage ein riesen Fass aufgemacht wird bei Facebook, in meinem Newsstream, im Newsstream meines neuen Freundes und in den Newsstreams unserer nun gemeinsamen Freunde. Wird meine Anfrage jedoch abgelehnt, dann geht das sang- und klanglos in den Weiten des sozialen Netzwerkes unter.

Und so ist es nicht verwunderlich, dass Facebook an einer Art „Gefällt mir nicht“-Bekundung arbeitet, aber von einem echten Gegenstück zum Like-Button ist keine Rede. Vielmehr wird es eine Art Anteilnahme- oder „Habe ich gesehen“-Button ohne jede Wertung geben. Ich bin gespannt.

Facebook: Vom Gleichgewicht zwischen Inhalten von Freuden und Seiten

Facebook LupeFacebook nimmt wieder Änderungen am News Feed Algorithmus vor, die sich auf drei Punkte auswirken, um dem Nutzer mehr Inhalte im News Feed zu präsentieren. Gesucht wird der richtige Mix, Facebook glaubt, diesen für jeden einzelnen von uns zu kennen, und so sollen Inhalte von Freunden, Seiten und Gruppen in eine sinnvolle Balance gebracht werden. Dass der News Feed Algorithmus regelmäßig angepasst werden muss und angepasst wird, spricht ja eine deutliche Sprache. Ganz so einfach ist das wohl nicht. Dazu wertet Facebook die Rückmeldungen der Nutzer aus und darauf basierend finden die Anpassungen statt. Weiterlesen

Social Media nicht gut gemeint, sondern gut gemacht

Copyright zehnplusfuenf.info
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Die Kampagne #weilwirdichlieben der BVG, eine klassische Image-Kampagne, ist aufgrund vieler kleiner und großer Faktoren gelungen. Denn nicht selten gibt es einen großen Ansatz, eine große Idee, es ist guter Wille erkennbar, aber dann kommt es in der Umsetzung zu Fehlern, die klein sind, aber die in ihrer Menge und durch die Spontanität der Audience das Große zu Fall bringen können. Schauen wir zusammen mal zurück auf diese Aktion.

#weilwirdichlieben ist der gelungene Versuch der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) ihren Fahrgästen mit Charme und Spitzen näher zu kommen. Dazu wurde das Hashtag #weilwirdichlieben ins Leben gerufen, unter dem alle Kunden, und das schließt Nichtzahler mit ein, ihre schönsten Momente teilen sollten. Eine solche Öffnung hat natürlich gewissen Risiken, denn die Audience, oder wie man nach einem persönlichen Angriff gerne sagt, der Mob ist hart aber manchmal nicht herzlich. Warum macht die BVG das? Es ist der Versuch Berliner und Brandenburger zum Schmunzeln aufzufordern, die Dinge auch mal locker zu sehen, zu zeigen, dass hinter allem immer Menschen stecken, und dass kleine Problemchen und Unzulänglichkeiten auch wirklich klein sind.

Technisch wurde viel bewegt, nicht zuletzt, um den nicht vollständig zu planenden Ablauf unter Kontrolle zu behalten. Es wurden für die Kampagne eigens Accounts angelegt. Dieser Account @BVG_Kampagne, der zusammen mit einer Kampagnen-Website alles, was im Web unter dem Hashtag #weilwirdichlieben auftauchte, sammelte und veröffentlichte, nahm ganz nebenbei die offiziellen Accounts @BVG_Ubahn, @BVG_Tram und @BVG_Bus aus der Schusslinie. Draußen auf der Straße hingen vom Start weg Plakate mit dem Hinweis auf das Hashtag #weilwirdichlieben. Die kommunizierte Aufgabe: Teilt Eure schönsten Momente. Fast schon nebenher, aber nicht zu unterschätzen, wurden weitere Kanäle bespielt: Eine Facebook-Page, ein Instagram-Account und ein YouTube-Channel. Auf Instagram wurde gar der wechselnde Kurator (rotation curation) praktiziert, so dass wöchentlich ein anderer Instagrammer den Account bespielte.

Natürlich ist es schwer den Pendlern, die täglich die BVG nutzen, alle BVG-Schwächen kennen und mit jedem Mangel Zeit und Anschluss verlieren, ein frisches und modernes Bild zu vermitteln. Daher wurde die Kampagne von Anfang an durch die Kunden genutzt um den eigenen angestauten Aggressionen Luft zu machen. Das Team der @BVG_Kampagne brauchte ein dickes Fell, und hat das auch bewiesen. Darüber habe ich im Beitrag BVG_Kampagne sagt … bereits berichtet. Aber mit Bock auf den Job hat das Team der @BVG_Kampagne jeden Angriff meisterhaft abgewehrt und die Image-Kampagne letztlich zum Erfolg geführt.

Fazit: Die BVG konnte ihre Kunden erreichen und aktivieren, das zeigte sich auf allen Kanälen. Zudem bekam die BVG Feedback zu ihrem Image, ihrem Unternehmen und ihren Serviceleistungen. Das ist doch schon mal eine ganze Menge. Diese Fakten sauber ausgewertet sind dann das eigentliche Ergebnis, obwohl wir Anwender und Beobachter schon im Verlauf gut unterhalten wurden und wie immer diese Unterhalten als das Produkt sahen. Achja, und nicht zu vergessen: Manchmal ist es gut eine Art Zielscheibe hinzuhalten, auf die dann erst mal alle aus allen Rohren feuern. Und wer diese erste Welle aushält, wer sich mal hoch und mal runter bewegt, auf das Niveau der Kunden, der kann und wird Erfolg haben.

Nicht alles sollte auf Facebook geteilt werden

Facebook LupeImmer wieder werden Konten in sozialen Medien von Fremden übernommen, sozusagen gekapert oder gehacked, aber nicht nur aus diesem Grunde und natürlich nicht nur in Facebook sollte man beim Veröffentlichen von privaten Informationen einige Regeln beachten. Bei Facebook sind knapp 30 Millionen Deutsche angemeldet und diese geben tagtäglich fast sorglos intime Details über ihr Leben preis. Eigentlich sollten diese Informationen anderen Unternehmen dienen uns die passende Werbung einzublenden. Ach ja, an der Stelle meine Lieblingsbemerkung: Dass die Informationen auch unsere Freunde und Familie erreichen, ist ein Abfallprodukt bei Facebook und bei den meisten sozialen Medien. Zurück zum Thema: Viele Kriminelle nutzen diese unsere Informationen ebenso, und daher sollte man einige Regeln beachten. Weiterlesen